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Reagierst du plötzlich allergisch?

  • Autorenbild: Petra
    Petra
  • 1. Mai
  • 10 Min. Lesezeit

Der Frühling ist da und mit ihm nicht nur blühende Natur, sondern auch eine feine gelbe Schicht auf Autos, Fenstern und Balkonen. Für viele beginnt jetzt eine Zeit, in der der Körper plötzlich reagiert: die Nase läuft, die Augen jucken, die Energie sinkt.


Diese Reaktionen sind kein Zufall und sie betreffen nicht alle Menschen gleich.

Frauen ab 40 erleben häufig, dass sie plötzlich empfindlicher werden oder sogar erstmals Allergien entwickeln, obwohl früher alles völlig unproblematisch war.

Und oft bleibt es nicht nur bei Pollen! Plötzlich reagiert der Körper auch auf Lebensmittel wie Rotwein, Parmesan oder Tomaten. Vielleicht kennst du das selbst und hast dich schon gefragt: Was ist eigentlich mit meinem Körper los? Warum reagiert mein Immunsystem plötzlich auf Dinge, die es jahrzehntelang toleriert hat?


Die Antwort liegt im Zusammenspiel von Immuntoleranz, Darmgesundheit, Hormonen und Epigenetik. Und sie ist, wenn man sie einmal versteht, die Grundlage für alles, was du aktiv verändern kannst.


Das stille System das kippt

Dein Immunsystem ist kein einfaches Alarmsystem, das zwischen "fremd" und "eigen" unterscheidet. Es ist ein hochkomplexes Gleichgewichtssystem, das ständig entscheidet: Was ist harmlos? Was muss toleriert werden? Wann ist eine Reaktion angemessen? Dieser Entscheidungsprozess heißt Immuntoleranz. Und er ist nicht von Geburt an fix, sonder wird täglich neu erlernt und kalibriert ... und kann genau aus diesem Grund kippen.


Das biochemische Herzstück

Im Zentrum der Immuntoleranz stehen sogenannte regulatorische T-Zellen, kurz Tregs. Sie sind die Friedenstruppe deines Immunsystems, spezialisiert darauf, überschießende Immunreaktionen zu unterdrücken und dafür zu sorgen, dass harmlose Stoffe wie Pollen, Nahrungsbestandteile oder Umweltpartikel nicht als Bedrohung eingestuft werden. Gesteuert werden diese T-Zellen von einem wichtigen „Schalter“ im Körper, dem sogenannten FOXP3-Gen. Es entscheidet im Grunde darüber, wie gut dein Immunsystem sich selbst regulieren kann.


Tregs setzen bestimmte beruhigende Botenstoffe frei (z. B. TGF-β und IL-10). Diese wirken wie ein innerer „Stop-Knopf“ und sorgen dafür, dass:

  • überaktive Immunzellen gebremst werden

  • weniger allergieauslösende Antikörper (IgE) gebildet werden

  • Entzündungszellen ruhiger werden

  • und sich der Darm wieder entspannen kann


Tregs helfen deinem Körper, ruhig zu bleiben, statt ständig Alarm zu schlagen.

Eine Funktionsstörung oder ein Mangel an Treg-Zellen gilt als zentrale Ursache für Autoimmunerkrankungen, Allergien und entzündliche Darmerkrankungen.


In einer Studie von Sakaguchi et al. (Nobelpreisforschung, 2024) wurde gezeigt, dass Personen ohne funktionierende Tregs schon früh schwerwiegende Autoimmunerkrankungen entwickeln. Die klinische Relevanz dieser Zellen ist damit unbestritten.


Wenn das Gleichgewicht kippt

Neben den Tregs besteht das adaptive Immunsystem aus zwei weiteren zentralen Spielern: TH1- und TH2-Zellen. Im gesunden Zustand arbeiten sie im Gleichgewicht, wie zwei Seiten einer Waage.


TH1-Zellen sind die Abwehr gegen Infektionen und dafür zuständig, uns vor Viren und Bakterien zu schützen. Sie aktivieren:

  • die zelluläre Immunabwehr (also direkte Angriffe auf Erreger)

  • und fördern die Bildung von IgG-Antikörpern, die gezielt gegen echte Bedrohungen wirken


TH2-Zellen sind die Reaktion auf „Fremdes“. Sie reagieren eher auf:

  • Parasiten

  • Allergene (z. B. Pollen)

  • körperfremde Eiweiße

Sie sorgen dafür, dass dein Körper IgE-Antikörper bildet, das sind genau die Antikörper, die bei Allergien eine zentrale Rolle spielen.


Was passiert bei einer allergischen Reaktion?

TH2-Zellen setzen bestimmte Botenstoffe frei (z. B. IL-4, IL-5 und IL-13), die eine Kettenreaktion im Körper auslösen:

  • IL-4 bringt das Immunsystem dazu, von „normalen“ Antikörpern (IgG) auf IgE umzuschalten

  • IL-5 aktiviert spezielle Entzündungszellen, die bei Asthma und Hautreaktionen beteiligt sind

  • IL-13 fördert Schleimbildung in den Atemwegen und verstärkt die allergische Reaktion weiter


Wie bereits vorhin geschrieben, besteht bei gesunden Menschen ein Gleichgewicht zwischen TH1 und TH2. Bei Allergikerinnen und Allergikern ist dieses System jedoch dauerhaft verschoben ... und zwar in Richtung TH2.


Das bedeutet, dass das Immunsystem plötzlich auf eigentlich harmlose Stoffe wie z.B. Pollen oder Lebensmittel so reagiert, als wären es Parasiten. Aus evolutionärer Sicht ist das kein Fehler, denn dieses System war ursprünglich dafür gedacht, uns gegen Parasiten wie z.B. Würmer zu schützen. Heute leben wir jedoch in einer völlig anderen Umgebung und genau hier entsteht die Fehlanpassung. Ein uraltes Schutzsystem reagiert auf eine moderne Welt.


Mastzellen, die Zündschnur der allergischen Reaktion

Wenn das TH2-dominierte System erst einmal aktiv ist, läuft die Allergiekaskade über Mastzellen ab.


Phase 1 — Sensibilisierung: Beim ersten Kontakt mit einem Allergen bleiben Symptome aus. Im Hintergrund aber produzieren Plasmazellen spezifische IgE-Antikörper gegen das Allergen. Diese IgE-Moleküle setzen sich auf der Oberfläche von Mastzellen überall im Körper fest, besonders aber in Schleimhäuten und Haut. Die Mastzellen sind nun sensibilisiert.


Phase 2 — Effektorphase: Beim zweiten Allergen-Kontakt bindet das Allergen an zwei benachbarte IgE-Antikörper auf der Mastzelle und vernetzt sie. Dieses Crosslinking ist das Signal zur Degranulation. Jetzt schüttet die Mastzelle ihren gesamten Inhalt aus — Histamin, Heparin, Proteasen, Leukotriene und proentzündliche Zytokine. In Minuten entstehen die klassischen Allergiesymptome.


Zusätzlich werden aber auch noch zirkulierende Verwandte der Mastzellen, sogenannte Basophile, aktiviert. Diese schütten IL-4 und IL-13 aus und befeuern damit die TH2-Dominanz weiter.


Ein sich selbst verstärkender Kreislauf entsteht!

Theoretisch genügt also schon ein einziger Allergenkontakt, um das Immunsystem zu sensibilisieren.


Die Frage ist also, warum das ausgerechnet bei manchen Menschen passiert und bei anderen nicht!

Und um das zu verstehen müssen wir etwas tiefer gehen.


Allergie ab 40- was Hormone und Darm damit zu tun haben!

Die Rolle von Darm, Hormonen und Epigenetik

Unser Immunsystem reagiert nicht im Vakuum. Es ist eingebettet in ein Netzwerk aus Mikrobiom, Hormonen und epigenetischen Signalen und genau dieses Netzwerk verändert sich ab 40 bei uns Frauen fundamental.


Unser Darm

Wo Immuntoleranz entsteht oder verloren geht

Über den Darm habe ich ja aus gutem Grund bereits mehrfach geschrieben. Er ist eines der zentralsten Organe für unsere Gesundheit und für unser Immunsystem gilt das natürlich in einem ganz besonderem Ausmaß.


Etwa 70–80 % aller Immunzellen befinden sich im und rund um den Darm. Das ist kein Zufall, denn der Darm ist unsere größte Kontaktfläche zur Außenwelt. Das das so ist, ist natürlich kein Zufall, denn der Darm ist die größte Kontaktfläche mit der Außenwelt. Täglich passieren Milliarden von Fremdpartikeln die Darmschleimhaut, und das Immunsystem muss ständig entscheiden, was toleriert und was bekämpft wird.


Das Mikrobiom als „Trainer“ deines Immunsystems

Deine Darmbakterien (Billionen von Mikroorganismen) spielen eine aktive Rolle dabei, wie gut dein Immunsystem reguliert ist. Bestimmte Bakterienstämme produzieren sogenannte kurzkettige Fettsäuren wie z. B. Butyrat. Diese Stoffe fördern gezielt die Bildung von regulatorischen T-Zellen (Tregs) im Darm. Butyrat wirkt dabei ganz besonders kraftvoll, denn es aktiviert direkt das zentrale Steuerungsgen FOXP3, also genau den Mechanismus, der für unsere Immuntoleranz verantwortlich ist. Dein Mikrobiom entscheidet also mit, ob dein Immunsystem ruhig bleibt, oder überreagiert.


Ein artenarmes, unausgewogenes Mikrobiom bedeutet weniger Butyrat, weniger FOXP3-Aktivierung und in der Folge weniger Tregs. Das TH2/TH1-Gleichgewicht verschiebt sich. Das Immunsystem verliert seine Bremsen!


Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigt sehr eindrücklich, wie entscheidend das Mikrobiom für unser Immunsystem ist. Dabei wurden 226 Kinder mit Kuhmilchallergie über mehrere Jahre (bis zum 8. Lebensjahr) begleitet. Bei den 56 % der Kinder, bei denen die Allergie von selbst verschwand, zeigte sich ein klarer Unterschied. Ihr Mikrobiom war deutlich vielfältiger und enthielt vermehrt bestimmte Bakterienstämme, vor allem Clostridien und Firmicutes. Diese Bakterien sind dafür bekannt, die Bildung von regulatorischen T-Zellen (Tregs) zu fördern, also genau jene Zellen, die das Immunsystem beruhigen und Toleranz ermöglichen.


Die Erkenntnis daraus: Ein gesundes, vielfältiges Mikrobiom kann maßgeblich dazu beitragen, dass das Immunsystem wieder lernt, richtig zu reagieren, anstatt zu überreagieren.


Leaky Gut

Wenn die Grenze fällt

Im gesunden Darm bilden Epithelzellen über sogenannte Tight Junctions eine präzise selektive Barriere. Tight Junctions sind Proteinkomplexe, die du dir wie kleine Klettverschlüsse zwischen den Zellen vorstellen kannst. Gibt es Entzündung, ein unausgewogenes Mikrobiom, Stress oder hormonelle Veränderung, werden diese Klettverschlüsse destabilisiert und es entstehen mikroskopisch kleine Lücken.


Existieren nun diese mikroskopisch kleinen Lücken, können auch größere Moleküle wie z.B. unverdaute Nahrungsbestandteile und Bakterienfragmente (LPS) in die Submukosa und ins Blut gelangen. Das Immunsystem registriert diese Partikel als fremd und reagiert umgehend mit einer systemischen Entzündungsreaktion. Die Mastzellen in der Darmwand werden chronisch aktiviert, Histamin wird freigesetzt und die Toleranz bricht zusammen.


Und noch etwas gibt es zu beachten: Bestimmte Darmbakterien (Klebsiella pneumoniae, Morganella morganii) produzieren aus Histidin in der Nahrung direkt Histamin im Darm. Wer diese Stämme in hoher Zahl hat und gleichzeitig Leaky Gut, trägt buchstäblich eine interne Histaminquelle mit sich, unabhängig ob histaminreich gegessen wird oder nicht!


Hormone als Immunregulatoren

Der Faktor Wechseljahre

Doch der Darm ist nicht der einzige entscheidende Faktor bei Allergien. Auch unsere Sexualhormone, insbesondere Östrogen und Progesteron, spielen eine wichtige Rolle, wenn es um das Gleichgewicht des Immunsystems geht. Sie beeinflussen, wie stark unser Körper reagiert und ob er eher zur Ruhe kommt oder schneller in eine Überreaktion geht.


Östrogen hat eine komplexe, dosisabhängige Wirkung auf das Immunsystem. Bei ausgewogenen Spiegeln unterstützt es die Treg-Aktivität und dämpft überschießende Immunreaktionen. Bei Östrogendominanz, also wenn Östrogen relativ zu Progesteron zu hoch ist, kippt diese Wirkung:

  • Östrogen aktiviert Mastzellen direkt über Östrogenrezeptoren auf deren Oberfläche.

  • Es fördert die Histaminfreisetzung aus Mastzellgranula.

  • Es hemmt die DAO (Diaminooxidase), das Enzym, das Histamin in der Darmschleimhaut abbaut.

  • Es stimuliert die Aromatase, die Östrogen produziert - ein sich selbst verstärkender Kreislauf.


Progesteron ist hier der natürliche Gegenspieler: Es stabilisiert Mastzellen, unterstützt Treg-Funktion und fördert den Histaminabbau.


In den Wechseljahren sinkt der Progesteronspiegel schneller als Östrogen, was zu einer relativen Östrogendominanz führt. Diese schränkt die DAO-Synthese ein, begünstigt die Histaminausschüttung aus Mastzellen und erzeugt einen sich selbst verstärkenden Kreislauf aus Histaminüberschuss und Östrogenproduktion.

Die Forschung zu Sexualhormonen und Immunität zeigt, dass Östrogen und Progesteron die TH2/Treg-Balance im gebärfähigen Alter unterstützen. Wenn nun beide fallen, oder das Verhältnis kippt, verliert das Immunsystem an Treg-Unterstützung und verschiebt sich in Richtung einer dysregulierten TH2-Dominanz ohne ausreichende Treg-Kontrolle.


Und genau das ist der Grund, warum viele Frauen ab 40 plötzlich auf Dinge reagieren, die sie jahrzehntelang toleriert haben.


Die biochemische Kaskade

Schritt 1: Relatives Östrogenübergewicht (Östrogendominanz durch schneller fallendes Progesteron) aktiviert Mastzellen via Östrogenrezeptoren → Histaminfreisetzung.


Schritt 2: Östrogen hemmt DAO (Diaminooxidase) in der Darmschleimhaut, das Enzym, das Histamin abbaut. Histamin akkumuliert.


Schritt 3: Histamin stimuliert die Aromatase, ein Enzym, das Androgene in Östrogen umwandelt → mehr Östrogen wird produziert.


Schritt 4: Erhöhtes Histamin erhöht die Darmpermeabilität (Leaky Gut) → mehr LPS und Nahrungsbestandteile gelangen ins Blut → Immunaktivierung → mehr Mastzellaktivierung.


Östrogendominanz

→ Mastzellaktivierung

→ Histaminfreisetzung

→ mehr Östrogen

→ mehr Histamin

→ Leaky Gut

→ mehr Immunaktivierung.


Ein biochemischer Teufelskreis, der sich aber unterbrechen lässt.


Epigenetik

Die Vererbung, die du verändern kannst

Bevor wie in die Umsetzung gehen was du konkret tun kannst, möchte ich noch das Thema Vererbung besprechen, da Allergien ja lange als genetisches Schicksal angesehen wurden. Entweder du hast die Veranlagung, oder eben nicht. Die Erkenntnisse der letzten Jahre aus der Epigenetik haben dieses Bild jedoch grundlegend verändert.


Epigenetik beschreibt, wie Umweltfaktoren die Aktivität von Genen steuern, ohne die DNA-Sequenz selbst zu verändern. Der wichtigste Mechanismus hier ist die DNA-Methylierung - das sind chemische Markierungen, die Gene an- oder ausschalten.


Methylierung und das allergische Immunprofil

Bestimmte Methylierungsmuster sind charakteristisch für allergische Erkrankungen. Besonders gut untersucht sind die Gene für IL-4- und IL-5-Rezeptoren. Man fand heraus, dass bei Allergikern diese Gene hypomethyliert, also aktiver sind. Das bedeutet, dass die TH2-Immunantwort epigenetisch sozusagen aufgedreht ist.


Bereits 2017 zeigte eine Studie, dass bestimmte epigenetische Muster, genauer gesagt DNA-Methylierungen, typisch für Gene sind, die an allergischen Reaktionen beteiligt sind (wie zum Beispiel jene für die IL-4- und IL-5-Rezeptoren). Das Entscheidende daran: Diese Veränderungen sind reversibel. Das bedeutet, sie sind nicht fest vorgegeben, sondern können sich wieder zurückbilden. Diese epigenetischen Prozesse könnten daher ein zentraler Schlüssel sein, um die Immuntoleranz wiederherzustellen und damit langfristig auch Allergien positiv zu beeinflussen.



Was du konkret tun kannst

Das Gute an all dem ist, dass du tatsächlich an jedem dieser Mechanismen ansetzen kannst. Wie genau das geht erfährst du jetzt:


Darmbarriere reparieren

  • L-Glutamin (3–5 g täglich): Glutamin ist der primäre Energielieferant der Enterozyten (Darmepithelzellen) und essenziell für die Tight-Junction-Integrität, also dass die Klettverschlüsse 'zu' bleiben! Mehrere Studien belegen seine wichtige Rolle beim Erhalt der Darmschleimhaut.

  • Zink: Zink ist ein Co-Faktor für die Synthese von Tight-Junction-Proteinen. Sehr gute Zink Quellen sind Kürbiskerne, Linsen und Hülsenfrüchte.

  • Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA): Egal über was ich schreibe, Omega-3-Fettsäuren kommen einfach immer vor, denn sie greifen so gut wie überall ein. In diesem konkreten Fall hemmen sie NF-κB und reduzieren die entzündungsbedingte Schädigung der Tight Junctions. Am besten du kaufst dir hierzu ein hochwertiges Fisch oder Algenöl (hier meine Empfehlung)

  • Kollagen und Glycin: Sie sind wichtige Bausteine der extrazellulären Matrix unter dem Darmepithel. Du findest sie in Knochenbrühe oder Gelatine. Da Brühe aber teuer und Gelatine schwierig mit der täglichen Einnahme ist, kannst du auch zu einem hochwertigen Supplement greifen.


Mikrobiom-Vielfalt aufbauen

  • Iss mindestens 30 verschiedene Pflanzensorten pro Woche! Jede Pflanzenart liefert andere Ballaststoffstrukturen, die andere Bakterienstämme ernähren. Denk immer daran: Wir wollen Vielfalt!

  • Fördere Butyrat-produzierende Stämme! Das geht mit resistenter Stärke (aus abgekühlten Kartoffeln, grünen Bananen, Hafer), Inulin (Artischocke, Chicorée, Topinambur) und Pektin (Äpfel, Karotten). Mein persönlicher Tipp: Mach dir zusätzlich täglich einen Bullet Proof Coffee und booste damit dein Butyrat! (Bitte nicht innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufstehen trinken!)

  • Fermentierte Lebensmittel täglich! Das ist gar nicht so schwer! Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi, Miso,... Diese lebenden Bakterien (insbesondere Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämme) stimulieren über die Darm-Hirn-Achse den Vagusnerv und unterstützen deine Treg-Induktion.

  • Nimm ein Probiotikum über 8–12 Wochen. Ein Probiotikum kann enorm hilfreich sein, allerdings nur wenn die Voraussetzungen im Verdauungstrakt dafür stimmen. (Ansonsten nimmst du teure Präparate, aber die Bakterien können sich nicht ansiedeln.) Für mehr Infos dazu, komm in meine Community und setze das Darmprotokoll um.


Histaminlast reduzieren

  • Schau, dass du alle DAO-Cofaktoren ausreichend zur Verfügung hast! Vitamin C, Vitamin B6 und Kupfer sind essenziell für die DAO-Aktivität. Mangel an einem davon bremst deinen Histaminabbau.

  • Reduziere vorübergehend histaminreiche Lebensmittel! Gereifte Käsesorten, Rotwein, Essig, geräucherter Fisch, Tomaten, Spinat, Avocado. Sie alle können Trigger sein. Lass sie daher während du deinen Darm aufbaust und die anderen Bausteine umsetzt lieber für eine Weile weg. Dein Ziel sollte sein, dass du nach der Umsetzung alles wieder problemlos essen kannst!

  • Meide Alkohol! Alkohol ist ein direkter DAO-Hemmer und einer der stärksten Histaminverstärker überhaupt.

  • DAO-Supplement als Brücke einsetzen. Das kann in der Übergangsphase sehr gut helfen, während sich Darm und Mikrobiom regenerieren.


Epigenetisch gegensteuern

  • Iss täglich Polyphenole! Beeren (Anthocyane), grüner Tee (EGCG), Kurkuma (Curcumin), Olivenöl (Oleocanthal), dunkle Schokolade. All das aktivieren Nrf2, hemmen NF-κB, fördern FOXP3-Expression.

  • Schau auf Folat und Methylierungscofaktoren! Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn liefern Folat. Das ist essenziell für gesunde DNA-Methylierungsmuster.

  • Nutze Butyrat als epigenetischer Hebel. Für Tipps siehe weiter oben bei der Mikrobiom Vielfalt. Möchtest du supplementieren, dann nimm Tributyrin.


Hormonsystem stabilisieren

  • Iss täglich Kreuzblütler Gemüse! Wer bei mir in der Community ist, der weiß, dass ich hier nicht locker lasse. Brokkoli, Rosenkohl, Blumenkohl und viele mehr enthalten DIM (Diindolylmethan) und I3C (Indol-3-Carbinol), die die Östrogenmetabolisierung in Richtung 2-Hydroxyöstrogen steuern - die für uns generell günstigere Variante ... und in diesem Kontext auch die weniger Mastzell-aktivierende Form darstellt.

  • Iss Leinsamen (2 EL täglich, frisch gemahlen): Lignane binden an Östrogenrezeptoren und modulieren die Östrogenwirkung. Das ist sehr hilfreich bei relativer Östrogendominanz.

  • Priorisiere Schlaf Progesteron reguliert sich bevorzugt in der Tiefschlafphase. Daher verstärkt chronischer Schlafmangel die Östrogendominanz.

  • Reguliere deinen Stress aktiv! Cortisol hemmt Progesteron-Rezeptoren und verstärkt so indirekt die relative Östrogendominanz. Stressmanagement ist hier wirklich kein 'nice to have', sondern unterstützende hormonelle Biochemie.



Die eigentliche Botschaft

Wenn dein Körper plötzlich auf Dinge reagiert, die er jahrzehntelang toleriert hat, dann ist das ein Signal. Dein Immunsystem meldet sich zu Wort, weil sich das Gleichgewicht in deinem Darm, in deinen Hormonen und in deiner Genexpression verschoben hat.


Aber diese Verschiebung ist nicht permanent! Tregs lassen sich induzieren, das Mikrobiom verändert sich innerhalb von Wochen, epigenetische Muster sind reversibel und auch die Darmbarriere kann sich wieder regenerieren!


Wie du in diesem Beitrag sehen könntest, hast du viel mehr Einfluss auf dein Immunsystem als du vielleicht bis jetzt gedacht hast! Du musst also nicht einfach nur deine Symptome bekämpfen und abwarten, sondern du kannst aktiv eingreifen und die Ursachen bekämpfen.


Bereit, die Ursache anzugehen?

In der Bloom Academy findest du neben der 28 Tage Hormon Challenge (in der du die wichtigsten epigenetischen Hebel für hormonelle Balance kennenlernst), auch mein Darmprotokoll. Es ist ein strukturierter, schrittweiser Plan, der dich dabei unterstützt, deine Darmbarriere zu stärken, ein gesundes Mikrobiom aufzubauen und deine Histaminlast zu reduzieren.

Biochemisch fundiert. Auf Frauen wie dich abgestimmt. Schritt für Schritt umsetzbar.

 
 
 

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